<< Der Anfang war ein unrentables Hüttenwerk >>
Auf dem Gelände der Kollnauer Spinnerei und Weberei befand sich früher ein großherzogliches Hüttenwerk. Mit Hilfe von Holzkohlen wurden dort die Erze der Gruben bei Kandern verhüttet.

Dieses Hammerwerk wurde im Herbst 1868 stillgelegt, da es nicht mehr mit der aufblühenden Eisenindustrie im Rheinland konkurrieren konnte.

Ferdinand Gross aus Lahr und Henry Thierry - Koechlin aus Mühlhausen sahen, welche Möglichkeiten in diesem Gelände mit seinem Nutzungsrecht der Wasserkraft der Elz steckten. Nachdem sie einige kapitalkräftige Interessenten geworben hatten, kauften sie das Gelände zum Preis von 55.332 Gulden.

Am 08.03.1869 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, deren Zweck der Betrieb einer mechanischen Spinnerei und Weberei war. Die dafür erforderliche Energie sollte die Wasserkraft der Elz liefern. Die Einlage betrug 980.000 Gulden in-700 Aktien zu je 1.400 Gulden (2.400 Reichsmark).

Erster Aufsichtsratsvorsitzender der Firma wurde der Offenburger Rechtsanwalt Karl Eckhard. In den Vorstand der Gesellschaft wurden Ferdinand Gross und August Jeanmaire als technischer Direktor berufen.

Am 20.05.1869 -zwei Tage nach der ersten Aufsichtsratssitzung in Emmendingen- erfolgte die Eintragung im Handelsregister.

Den Auftrag für die komplette (schlüsselfertige) Fabrikanlage mit sämtlichen Wasserbauten, Fabrikgebäuden und Maschinenlieferungen erhielt am 15.06.1869 die Elsässer Firma Koechlin & Co, Mühlhausen. Als erstes wurde die Weberei fertiggestellt. Sie konnte Ende Mai 1870 mit Hilfe einer Dampfmaschine in Gang gesetzt werden. Am Anfang wurde nur mit gekauften Garnen gearbeitet. Kurze Zeit später mußte der kaum begonnene Betrieb wegen des deutsch-französichen Krieges unterbrochen werden. Aber schon im Oktober 1870 war eine Wiederaufnahme der Produktion möglich. Der Spinnereibetrieb wurde 1871 fertiggestellt.

Die Gründungsphase der Firma findet ihren Abschluß mit der ersten ordentlichen Generalversammlung vom 24.05.1871. Zu diesem Zeitpunkt war die Spinnerei mit 19.656 Spindeln in Betrieb. Die Weberei verfügte über 270 Webstühle, zu denen kurze Zeit später nochmals 122 Webstühle hinzukommen sollten.
die Gründer
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