<< Stetiger Aufstieg trotz wiedriger Umstände >>
Ein großes Hochwasser zerstörte in dem harten Winter von 1882/83 die alten Wehrbauten. Für 50.000 Reichsmark wurde innerhalb von 2 Jahren ein neues Wehr gebaut.

Durch die Einführung einer neuen Währung im deutschen Reich und wegen der sehr günstigen finanziellen Lage sah sich die im Mai 1883 tagende Generalversammlung veranlaßt, verschiedene Anpassungen des Aktienkapitals zu treffen. Es erfolgte eine Reduzierung des Aktienkapitals von 1.680.000 Reichsmark auf 1.400.000,— Reichsmark. Dies bedeutete für jede 2.400-Reichsmark-Aktie eine Verminderung auf 2.000 Reichsmark.

Auf dieser Generalversamlung verabschiedete sich auch der Vorstand und Mitbegründer des Werkes Ferdinand Gross, der Ende Juni 1883 sein Amt aus Gesundheitsgründen aufgab. Als Anerkennung für seine Verdienste bekam er vom badischen Großherzog den „Orden vom Zähringer Löwen Erster Klasse“.

4 Jahre später schied auch der zweite Mitbegründer Henry Thierry-Koechlin aus dem Aufsichtsrat aus.

Durch Reichsgesetz vom 01.06.1891 wurde die täglich zulässige Arbeitszeit von 12 auf 11 Stunden gesenkt. Obwohl im Werk schon ab 1890 der 11-Stundentag eingeführt worden war, ergaben sich durch die Arbeitszeitverkürzung größere Produktionsausfälle.
Es wurde daher beschlossen, eine zweite, ganz aus Stein und Eisen bestehende Spinnerei zu bauen. Dadurch wurde eine Erhöhung der Zahl der Ringspindeln auf 13.350 möglich. Zudem wurden 172 Webstühle neu aufgestellt. Die Spinnerei wurde von einer 450 PS starken Corliss-Dampfmaschine betrieben. Gleichzeitig erhielt das gesamte Werk elektrische Beleuchtung. Zu einer besonders großen Investition kam es im Jahre 1897, damals wurde eine neue Weberei mit 164 Webstühlen errichtet.

Die Firmenleitung kümmerte sich auch weiterhin um das soziale Wohlergehen der Arbeiter. 1898 wurde eine Kinderkrippe geschaffen, in der die Werksangehörigen ihre noch nicht schulpflichtigen Kinder tagsüber unterbringen konnten. Im selben Jahr wurde eine Diakoniestation unter Leitung einer evangelischen Schwester errichtet, die die Betriebsangehörigen unentgeltlich medizinisch versorgte.

Im Jahr 1900 beschäftigte das Werk 670 Mitarbeiter.

In den Jahren 1909 und 1910 nahm die Firmenleitung die dritte große Erweiterung des ‘Werkes vor. Die Weberei wurde durch einen Anbau, besetzt mit 150 automatischen ‘Webstühlen, vergrößert.

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs schied der seit den Gründungstagen im Vorstand tätige August Jeanmaire aus. Er starb am 11.06.1914. August Jeanmaire ist ebenfalls mit der Verleihung des "Ordens vom Zähringer Löwen Erster und Zweiter Klasse" durch den Großherzog geehrt worden.
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